Über uns

Die «Stiftung Kulturimpuls» wurde von Götz Deimann (1926-2011)* im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im Jahr 2000 errichtet.

Vorläufer war eine von ihm in den 1980er Jahren errichtete Stiftung zur Förderung der Kulturwissenschaften, aus der in Kooperation mit Christoph Lindenberg (1930-1999), Karl-Martin Dietz (*1945), Michael Blanc (*1952) und Bodo von Plato (*1958) Aufgaben, Satzung und Name der «Stiftung Kulturimpuls» hervorgingen.

Die Stiftung ist in ein lebendiges Netzwerk unterschiedlicher Initiativen, Einrichtungen und Einzelpersonen eingebunden. Die Leitung und rechtliche Vertretung liegen beim Vorstand der Stiftung, er berät und entscheidet über die aktuellen Vorhaben im Sinne der Stiftungssatzung.

Vorstand

Mi­cha­el Blanc
Wirt­schafts­prü­fer und Steu­er­be­ra­ter,
Mann­heim
mi­cha­el.blanc@web.de

Bodo von Pla­to
Kul­tur­wis­sen­schaft­ler, Ber­lin
pla­to@kul­tur­im­puls.org

Ul­ri­ke Jo­han­ning-De Ab­rew
Deut­sches Stif­tungs­zen­trum, Es­sen
ul­ri­ke.jo­han­ning@stif­ter­ver­band.de


* Götz Deimann
(22. November 1926 – 7. Juni 2011)

Götz Deimann hatte Maßstäbe. Er wurde Vielen zum Maßstab, während mancher Jahre seines Lebens für viele tausend Menschen. Er lebte nicht nur sein persönliches Leben. Er lebte symptomatisch als Mensch der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts.

Drei Phasen zeichneten dieses Leben.

Von Mitte der 1920er bis Mitte der 1950er Jahre: In der ersten Phase – Kindheit, Jugend und erste Erwachsenenzeit, Zimmermanns-Lehre, Betriebswirtschafts-Studium, Familiengründung, Berufseinstieg in der Bauwirtschaft – steht die Erfahrung des Krieges im Mittelpunkt. Und mit dem Krieg die des Todes, der ihn sein ganzes weiteres Leben beschäftige; er lernt ihn achten und später befragen.

Von Mitte der 1950er bis Ende der 1980er Jahre: Er lebt und arbeitet im Zentrum des deutschen Wirtschaftswunders, das bald durch den vollständigen Umbau der Wirtschafts-Welt in die Globalisierung übergeht. Seine Aufgaben als Vorstandsmitglied der Bilfinger + Berger Bauaktiengesellschaft liegen am Steuer eines immer größer werdenden Systems – Organisation, Konzeption, Fusionen und Vorbereitung einer Zukunft, die andere leben werden. Im Mittelpunkt die Verantwortung für Tausende und ihre tägliche Arbeit.

Von Ende der 1980er Jahre bis 2011: Die dritte große Etappe seines Lebens war bestimmt von dem Versuch, fragen zu lernen und tiefer zu verstehen. In dem Versuch zu verstehen war er unablässig, ja ungemütlich. Er ließ Fragen nicht los. Oder ließen sie ihn nicht los? Das Fragen, so Heidegger, sei die Frömmigkeit des Denkens, sie entspringe aus der Beunruhigung des eigenen Daseins. Das Fragen wurde zum Mittelpunkt seiner dritten Lebensphase.

Götz Deimann war in diesem Sinne fromm und beunruhigt. Seine Fragen richteten sich immer an die Wirklichkeit, die sichtbare und unsichtbare. Ihr Dasein war es, das ihn beunruhigte. Er ahnte schon früh und es wurde ihm immer klarer, dass diese Wirklichkeit nicht einfach da ist, dass sie nicht einfach gegeben ist, sondern dass jeder Mensch mehr oder weniger an ihrem Werden teilhat. Ihm wurde klar, dass Wirklichkeit in Entwicklung ist und zunehmend die Signatur des bewussten, schöpferischen Menschen trägt. Die Kultur dieser Bewusstseins- und Entwicklungsfrage – einer im besten Sinne anthroposophischen Erfahrung – machte er zum Aufgabenfeld eines wachsenden Menschenkreises.

Dieser Aufgabe ist die «Stiftung Kulturimpuls» gewidmet.

Bodo von Plato, Auszug aus der Ansprache anlässlich der Beisetzung von Götz Deimann, Riehen bei Basel, 14. Juni 2011